25 Jahre Markt am Palmplatz – St. Johannis feiert

//25 Jahre Markt am Palmplatz – St. Johannis feiert

25 Jahre Markt am Palmplatz – St. Johannis feiert

25 Jahre lang gibt es schon den Wochenmarkt am Palmplatz – für den Stadtteil St. Johannis ein Grund zu feiern. Ein Markt ist eben mehr als nur Einzelhandel, ein Markt ist immer auch Treffpunkt und Ort der Kommunikation. Am 18. Mai veranstalten Bürgerverein, die evangelische Kirchengemeinde und einige Marktbeschicker ein kleines Fest, um das Jubiläum zu feiern.

Blick auf den Markt am Palmplatz in St. Johannis (Bild: Sven Heublein).

Das Programm:

  • Begrüßung durch den Nürnberger Wirtschaftsreferenten Dr. Michael Fraas, den 1. Vorsitzenden des Bürgervereins St. Johannis, Schniegling und Wetzendorf e.V. Sven Heublein und den 1. Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis Ulrich Willmer
  • Ab 10:15 Uhr Live-Musik
  • Bei einigen Markthändlern Preise wie vor 25 Jahren und weitere Sonderangebote
  • Führungen auf den Turm der Friedenskirche (nicht barrierefrei)
  • Offene Friedenskirche
  • Bratwürste und Steaks vom Grill,  Limo und kühles Bier
  • Kaffeespezialitäten vom neuen Kaffeestand
  • Infostand des Bürgervereins und der Kirchengemeinde

Anlässlich der Planungen des Markt-Festes sprach der Bürgerverein mit einem Markt-Urgestein der ersten Stunde: Detlev Bock.

Herr Bock, Sie sind ein Markthändler der ersten Stunde. 25 Jahre Palmplatz und noch kein bisschen müde?

Nein, ich mache mindestens weiter, bis ich 90 bin. Und da hab ich noch etwas hin (lacht)

Sie verkaufen Gemüse, Obst, Blumen und Eier. Hat sich das Kaufverhalten Ihrer Kundinnen und Kunden geändert? Wird mehr Wert auf gesunde Produkte gelegt?

Ja, sie sind anspruchsvoller geworden, achten auf gute Qualität, Frische und den Preis. Alles das bieten wir ihnen hier.

Woher kommt der größte Teil Ihrer Ware? Legen Sie Wert auf regional erzeugte Produkte?

Natürlich bin ich bei den Klassikern wie Bananen, Zitrusfrüchten oder Kiwis auf den Zukauf von Importware angewiesen. Meinen Kunden kann ich das ja nicht vorenthalten. Die andere Ware baue ich entweder selber an oder versuche, sie aus der Region zu kaufen. Die Eier sind aus meinem Stall und die Blumen wachsen auch auf meinem Feld. Bei den Äpfeln ist auch hier schwer, gute Qualität zu kriegen. Die kommen dann halt vom Bodensee.

Halten es die anderen Kolleginnen und Kollegen hier ebenso?

Das glaube ich schon. Der Metzger gegenüber schlachtet im eigenen Betrieb im oberpfälzischen Edelsfeld und von dort kommen auch seine Schlachttiere her. Wenn Spargelzeit ist, kommt der auch immer von hier.

Supermärkte mit einem breiten Angebot gibt es immer mehr. Warum kommen die Leute trotzdem sehr gerne auf den Markt zum Einkaufen?

Die Leute vertrauen uns. Die Ware ist gut und frisch. Auch wenn mal vielleicht bei dem einen oder anderen Produkt etwas mehr zahlt. Ist dann doch mal ein Wurm im Apfel, sagt man mir das und es gibt selbstverständlich Ersatz

Sie sind mit Ihrem Stand immer am Dienstag und am Samstag am Palmplatz. Vermissen Sie neben den bestehenden Angeboten etwas?

Der Kaffeestand war eine richtige Bereicherung. Er hat erheblich für die Aufenthaltsqualität hier am Markt beigetragen.  Leider hat sich der Betreiber beruflich verändert und ist seit März nicht mehr hier. Meine Kollegen und ich, vor allem aber unsere Kundinnen und Kunden hoffen darauf, dass es dem Marktamt gelingt, dauerhaften Ersatz zu finden. Ein Stand mit Kuchen und Gebäck wäre auch ganz schön. Hätte man dann noch ein paar Tische und Stühle hier, könnte man eine kleine Einkaufspause machen und eine Kleinigkeit zu sich nehmen.

Ein Stadtteilmarkt ist ja auch immer ein Treffpunkt für Nachbarn und Zugezogene. Hier werden alle Neuigkeiten gerne in der Warteschlange ausgetauscht. Bekommen Sie viel davon mit, was die Menschen in St. Johannis bewegt?

Ja, klar. Sie unterhalten sich wenn sie warten, fragen mich auch nach bestimmten Dingen. Wenn was übers Viertel in der Zeitung steht, neu gebaut werden soll oder wenn auch nur ein neues Café oder Lokal aufmacht. Das sind schon die Themen, die bewegen. Und genauso soll es auch sein. Der Markt als Treffpunkt für Jung und Alt, Alteingesessene und Neue. Besser kommt man nicht zusammen.

Am 18. Mai ist Marktfest am Palmplatz. Es gibt Würstchen und Bier, Musik und Ansprachen, Turmführungen in der Friedenskirche und hoffentlich gutes Wetter. Was gibt es bei Ihnen?

Preise wie vor 25 Jahren – das ist mein Angebot. Einige meiner Marktkollegen machen da auch mit. Hauptsache ist, dass das Wetter mitspielt. Aber da bin ich optimistisch.

Was war Ihr schönstes Erlebnis hier auf dem Markt und was werden Sie vermissen, wenn Sie einmal in Rente gehen?

Ich freue mich eigentlich auf jeden Markttag, an dem ich gesund hier sein kann um mit meinen Leuten zu sprechen. Einige kommen wirklich schon seit 25 Jahren zu mir und ich kenne sie noch ohne Kinder, mit Kindern und manche auch schon mit Enkeln. Ob ich was vermissen werde, wenn ich mit 90 vielleicht in Rente gehe, fragen Sie mich am besten, wenn ich 89 bin.

Interview:
Thomas Wehr, Bürgerverein St. Johannis, Schniegling und Wetzendorf e.V.



2019-04-24T20:30:14+01:00