Rückblick auf das 500-jährige Jubiläum: „Vor Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag“

//Rückblick auf das 500-jährige Jubiläum: „Vor Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag“

Rückblick auf das 500-jährige Jubiläum: „Vor Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag“

Die ersten 500 Jahre sind vergangen und dies war Anlass zu feiern. Für die Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus war das Jubiläumsjahr erfolgreich. Es wurde in diesem Jahr viel über die Friedhöfe geschrieben. Manches hatte einen nörgelnden Duktus, – vielleicht in der vermeintlichen Hoffnung auf erhöhte Durchsetzungskraft? – die meisten Berichte waren jedoch sehr positiv und stellten die unterschiedlichen Facetten der beiden Friedhöfe dar. Und das ist gut so. Denn diese wunderbaren Orte vertragen viel gute Werbung.

Von der Evang.-Luth. Friedhofsverwaltung wurde gemeinsam mit zahlreichen Akteuren ein reichhaltiges Programm für das Festjahr zusammengestellt. Es reichte von Ausstellungen wie z.B. „Der Johannisfriedhof in historischen Ansichten“, Bilder von Menschen am Lebensende, „Nürnberger Bronze-Epitaphien oder „Modernes Design bei Särgen und Urnen“ über Gottesdienste, Führungen,  Konzerte und Theater bis zu unterschiedlichen Seminaren und Vorträgen. Viele der Veranstaltungen waren gut besucht und zeigten das große öffentliche Interesse an den historischen Friedhöfen. Aber auch die Anzahl an Veranstaltern verdeutlichte, dass hier ein riesiger Schatz lagert, der erst zum Teil gehoben ist.

Das Programm spiegelte die unterschiedlichen Blickwinkel auf den Friedhof wider: Für die einen ist der Friedhof in erster Linie ein Ort der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, mit Glauben und Hoffnung. Für Andere ist der Friedhof hauptsächlich eine historische Quelle zur Aufarbeitung der Stadt-, Kunst- und Kulturgeschichte. Und für Einige ist der Friedhof einfach Identifikationsstifter für den Stadtteil. Der Facettenreichtum der Friedhöfe zeigt sich auch in seinen Eigentümern St. Sebald, St. Egidien, St. Lorenz, St. Jakob und St. Johannis – so unterschiedlich sie sind, sind sie doch eins.

Blick über den St. Johannisfriedhof (Foto: Evang.-Luth. Friedhofsverwaltung).

Bei allem Respekt und Achtung für die verschiedenen Bedürfnisse, ist es immer wieder erforderlich, den eigentlichen Sinn des Friedhofs in den Blick zu nehmen. Er ist ein Ort, an dem wir unsere Toten würdevoll zur Ruhe betten und den Angehörigen einen Raum für die notwendige Abschiednahme und für ihre Trauer geben mit Jesus Christus als Mittelpunkt.

In der profanen Wirklichkeit bestimmt diese Anforderung das Handeln der  Friedhofsverwaltung mit ihren zahlreichen Aufgaben. Sie regelt zusammen mit den Menschen die Vergabe eines Grabes, gibt Auskünfte für Besucher und Angehörige, führt einen mittelständischen Wirtschaftsbetrieb mit allem, was dazu gehört und unterhält ein historisches „Freilandmuseum“ zur Stadtgeschichte Nürnbergs. Dabei ist es eine Kunst, mit den unterschiedlichen Akteuren im Einklang zu arbeiten. Davon betroffen sind die einzelnen Ämter der Stadtverwaltung, der Denkmalschutz, Handwerker, Vereine und Stiftungen, und allen voran natürlich die große Zahl der Grabnutzer.

Die Friedhöfe St. Johannis und St. Rochus befinden sich derzeit in einem Transformationsprozess von einer Jahrhunderte alten Friedhofstruktur hin zu einer zeitgemäßen Verwaltung im Rahmen der kirchlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir mehr miteinander als über einander reden. Damit wir die Friedhöfe in ihrer gesamten Schönheit, in ihrem Sinn und Zweck fördern und erhalten.

„Vor Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag“. Ich begebe mich gerne auf die Reise in die 2. Tageshälfte, oder besser in die nächsten 500 Jahre, im Vertrauen auf Gott.

Elfi Heider

2019-03-03T17:29:51+02:00